Die Geschichte

Sport in Wiedensahl – Vom damaligen MTV zur heutigen TuSG

Am 25. November 1906 gründete sich der Männer-und Turnverein (kurz MTV) Wiedensahl im Gasthaus Bredemeier. 29 Personen, 23 Aktive sowie 6 Passive, sind auf der ersten Mitgliederliste vertreten. Zum ersten Vorsitzenden wurde damals Dr. Hans Schuster gewählt.

Bereits „im zarten Alter von 6 Monaten“ stellte sich der MTV am 20.Mai 1907 bei einem Schauturnen im Saal der Gaststätte Bredemeier der Öffentlichkeit vor. Der Inhaber hatte damals die ersten Geräte auf eigene Rechnung gekauft und den Aktiven dann kostengünstig zur Verfügung gestellt.

Ebenfalls im Jahre 1907 gab es dann schon bereits die zweite Generalversammlung. Damals, im Gegensatz zu heute, wurde das „Vereinsvolk“ noch mehrmals gehört als heute, wo eine Jahreshauptversammlung im Frühjahr obligatorisch ist.

Die Höhepunkte dieser Schauturn-Programme waren die Festrede und die Pyramide (wurde nach jedem Abschnitt seitens der Turner aufgebaut) lockte Jahr um Jahr mehr Mitglieder.

Zu dieser Zeit, im Jahre 1910, wurde auch die erste Vereinsfahne gekauft. Erster Fahnenträger wurde Wilhelm Tillmann. Im selbigen Jahr wurde auch zum ersten Mal der Fußball in die Vereinschronik aufgenommen.

Am 28.4.1912 legte Dr. Schuster sein Amt nieder, Adolf Deterding als „Vize“ führte den Verein zunächst bis Januar 1914 kommissarisch fort.

Im Januar 1914 wurde dann Hermann Kuhlmann neuer Vorsitzender. Zu seinem Stellvertreter wurde Bürgermeister Krömer bestimmt.

Im Januar 1919 fand dann die erste Versammlung nach dem ersten Weltkrieg statt, verbunden mit Gedenken an die 14 gefallenen und vermissten MTV-Mitglieder.

Am 20. Februar 1920 wurde dann Wilhelm Oetker als neuer Vorsitzender gewählt. Dazu wurde bis auf Schriftführer Heinrich Blaaß der gesamte Vorstand ausgewechselt. Das Training war inzwischen in Steubers Saal verlegt worden.

Ein aus heutiger Sicht bedeutendes Datum war dieser 15. November 1920 aber vor allem, weil ein im Ort bestehender Fußballverein, über den nichts Weiteres verlautet ist, dem MTV eingegliedert wurde.

Am 19. April  1922 gab es dann bereits den nächsten Vorsitzenden, namentlich Friedrich Welhusen. Zudem wurden erstmals Ehrenmitgliedschaften vergeben. Fünf Gründern wurde diese Ehre zuteil.

Nach diversen sportlichen Erfolgen bat der Vorsitzende Welhusen am 4. Januar 1928 die Gemeinde, dem MTV einen Sportplatz zur Verfügung zu stellen, was dann immerhin bis 1948 dauerte. In der Zeit dazwischen musste daher auf Wiesen und Weiden trainiert werden.

Am 27. August 1933 wurde dann ein einer außerordentliche Generalversammlung aufgrund des Umschwungs im Lande das „Führer-Prinzip“ eingeführt. Adolf Deterding  wurde zum ersten Vereinsführer gewählt. Bereits ein Jahr später trat dieser zurück und Adolf Schaer wurde einstimmig gewählt.

Im Jahre 1940, genau genommen dem 14. September 1940, wurde dann per einstimmigen Beschluss der Name des Vereins in „Turn –  und Sportgemeinschaft Wiedensahl“ umgewandelt. Der Vereinsführer wurde zum Gemeinschaftsführer.

Die Seiten mit den Protokollen aus weiteren Jahren des NS-Regimes sind fein säuberlich aus dem Protokollbuch herausgetrennt worden. Das dritte Protokollbuch des Sportvereins Wiedensahl beginnt nämlich erst auf Seite 29.

Nach der Kapitulation hatten in Deutschland alle Vereinigungen aufgehört zu bestehen. Bereits zu Kriegszeiten lag der Verein „wohl ganz darnieder“.

Dem Wunsch der Neubildung seitens der Militärregierung folgte man dann am 6. Januar 1946. Vorsitzender wurde wiederum Adolf Schaer.

Nach dieser Neubildung folgten zahlreiche Erfolge der Turnsparte. Die „Heinrich – Riege“ erlangte auch über die Landesgrenzen außerordentlich große Popularität.

Auf der Generalversammlung am 21. Februar 1959 trat dann der Vorsitzende Adolf Schaer zurück, der dieses Amt ununterbrochen von den Kriegswirren seit 25 Jahren innehatte, ab. Er wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt, sein Nachfolger wurde Wilhelm Lindenberg.

Die Sparte Turnen war dann, im Jahre 1960 auf dem Höhepunkt angelangt.

Durch Gründung der Fußballsparte musste ein Fußballplatz bereitgestellt werden. Nachdem zuerst auf einigen Wiesen am Ortsrand gespielt wurde, hatte die Gemeinde das heutige Sportgelände gepachtet und im Jahr 1964 gekauft. Im Bebauungsplan Nr. 5 “Abtskamp” wurde diese Fläche als Sportgelände ausgewiesen. Nach Abschluss der Planungen konnte mit dem Ausbau begonnen werden. In den Jahren 1969 bis 1971 wurde der Platz mit viel Eigenleistung der Mitglieder und Freunde völlig neu gestaltet. Diese Maßnahme wurde auch mit Zuschüssen des Kreises Nienburg und des Kreissportbundes gefördert.

Währenddessen, auf der Generalversammlung am 11. Februar 1967, in einer Zeit als es über den Trainingsbetrieb im Rodeschen Saal (die jetzige Turnhalle als Nachfolger des zuvor genutzten Steuber-Saals) immer wieder zu Meinungsverschiedenheiten mit dem Besitzer kam, trat Wilhelm Lindenberg zurück und sein Nachfolger wurde Werner Ronnenberg.

1972 wurde mit dem Bau des Sporthauses begonnen, der im Jahr 1973 abgeschlossen wurde. Mit einem Tag der offenen Tür am Sonntag, den 5. Dezember 1973, einem autofreien Sonntag, wurde dieses Haus der Öffentlichkeit vorgestellt. Auch bei dieser Baumaßnahme wurden die Arbeiten zum größten Teil in Eigenleistung von den Mitgliedern und Freunden mit Unterstützung der örtlichen Baufirmen ausgeführt, so dass die Gemeinde auch hier fast nur das Material bezahlen musste. Aber ohne die Zuschüsse vom Landkreis und dem Sportbund hätte dieses Haus nicht gebaut werden können. Mit dem Bau der Flutlichtanlage im Jahr 1975 wurden die Arbeiten am Sportgelände erst einmal abgeschlossen.

Diese Baumaßnahmen wirkten sich vor allem positiv auf die Entwicklung der Fußballsparte aus. Sie wurde zur dominierenden Sparte im Verein. Zeitweilig nahmen neun Mannschaften an den Pflichtspielen teil. Höhepunkte waren die Pokalturniere und später die Sportwochen. Der Aufstieg der ersten Herrenmannschaft in die Kreisliga, den der Frauenmannschaft in die Bezirksliga sowie einige Staffelmeisterschaften einiger Jugendmannschaften waren die bisher größten Erfolge der Fußballsparte.

Die Sparte Turnen litt in dieser Zeit darunter, dass keine geeignete Halle zur Verfügung stand. Leistungsmäßig war sie bis in die sechziger Jahre hinein sehr stark, denn einige Turner der sogenannten “Heinrich-Riege” turnten in der Kreisriege des Turnkreises Schaumburg. Das sportliche Angebot wurde 1968 durch die Gründung der Tischtennissparte erweitert. Nach anfänglichen Erfolgen litt die Sparte an dem unbefriedigenden Raumangebot, so dass der Ruf nach einer Halle immer größer wurde.

Da die Gemeinde 1985 nach längeren Verhandlungen den Saal der Gastwirtschaft Rode und den angrenzenden Garten kaufen konnte, wurde dieser Notstand behoben. Dieses Areal wurde dann in den Jahren 1986 und 1987 zu einer kleinen Halle und zu einem Trainingsplatz mit den erforderlichen Umkleide- und Sanitärräumen ausgebaut. Auch bei dieser Baumaßnahme wurden die Abbruch- und Ausbauarbeiten von Mitgliedern und Freunden des Vereins ausgeführt Vom Landkreis Schaumburg und dem Landessportbund wurde auch dieses Bauvorhaben bezuschusst. Den größten Teil der Kosten musste auch hier die Gemeinde übernehmen. So entstand ein, für unsere örtlichen Verhältnisse, gutes Sportgelände.

Von diesem neuen Raumangebot profitieren besonders die auf eine Halle angewiesenen Sparten. Zum Beispiel die Kinderturngruppen, die verschiedenen Gymnastikgruppen, sowie die Tischtennissparte. Viele Kinder, Sportfreundinnen und Sportfreunde nutzen diese Angebote, so dass die Mitgliederzahl des Vereins seitdem ständig gestiegen ist. Aber auch das erweiterte Angebot durch die Gründung einer Wandergruppe, sowie der Beitritt der Volkstanzgruppe haben hierzu beigetragen. Mit den erforderlichen Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen wurden die Gebäude und die Plätze immer den Bedürfnissen angepasst.

Nachdem Werner Ronnenberg im Jahre 1988 sein Amt als Vorsitzender beendete trat Klaus Sölter die Nachfolge an und behielt den Posten als Vorsitzender bis zur Jahreshauptversammlung 2009 inne.

Auch in seinen Jahren passierte in und um die TuSG Wiedensahl eine ganze Menge. Im Jahre 2006 feierte die TuSG Wiedensahl ihr 100-jähriges Jubiläum im Rahmen großer Aktivitäten, wie zum Beispiel der „Blau-Weißen Ballnacht“. In selben Jahr erschien dann auch der von Klaus Sölter und Horst Jedamzik in gemeinschaftlicher Arbeit erstellte Kalender mit allerlei Wissenswertem und Interessantem um die TuSG Wiedensahl.

Als dann Klaus Sölter im Jahr 2009 den Posten als Vorsitzender aufgab gab es zunächst keinen Nachfolger, was die Verantwortlichen dazu brachte, die bisherige Satzung durch Mitgliederbeschluss abzuändern und so den Vorstand neu zu strukturieren.

Bei der Jahreshauptversammlung 2010 wurde diese dann in die Tat umgesetzt und fortan bildete sich der Hauptvorstand aus drei Vorstandssprechern sowie dem Sport – und Finanzwart.

Diese Umstrukturierung sorgte für die nötige rechtliche sowie organisatorische Sicherheit und hat bis heute Bestand.

Der Sportverein hat sich also kontinuierlich aufwärts entwickelt und ist aus dem Leben der Dorfgemeinschaft nicht mehr wegzudenken! Viele Generationen haben die Idee der Gründer aufrecht erhalten und weiter gefördert, so dass den Sporttreibenden immer ein Angebot zur sportlichen Betätigung – der Zeit entsprechend – geboten wurde. Zum Teil unter schwierigen Verhältnissen, wenn man an die Jahre der zwei großen Kriege denkt.

Wesentlich zu dieser Entwicklung hat wohl auch mit beigetragen, dass der Verein immer von Sportfreunden geführt wurde, die mehrere Jahre im Vorstand tätig waren. Viele Vorstandsmitglieder hatten und haben ihre Aufgaben 20 und mehr Jahre ausgeführt.

Aber der Vorstand war nie eine Alt-Herrenmannschaft. Ihr gehörten auch immer junge, tatkräftige, noch aktive Mitglieder an. Aufgrund dieser Zusammensetzung von Jung und Alt, Erfahrung und Tatkraft, herrschte fast immer ein ruhiges Klima im Vorstand und es konnte langfristig geplant werden. Das stetige Wachsen der Mitgliederzahl im Verein ist nicht nur auf den Beitritt junger Sportfreunde zurückzuführen, sondern auch dadurch, dass viele nach ihrer sportlich aktiven Zeit im Verein als so genannte fördernde Mitglieder treu geblieben sind.

In den letzten Jahrzehnten sind gute Voraussetzungen für verschiedene sportliche Betätigungen geschaffen worden, so dass die TuSG ruhig in die nächsten Jahrzehnte starten kann. Neben Leistungssport kann auch vielseitig Breitensport betrieben werden. Alle bisherigen Verantwortlichen sowie die jetzt Verantwortung tragenden Vereinsmitglieder sind sicher froh, wenn dieses Angebot von vielen Sportfreuden genutzt wird.

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